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Kinoabend „Fassaden": Häusliche Gewalt sichtbar machen

Was hinter den Fassaden passiert
Filmabend zu häuslicher Gewalt am 1. Dezember im Kino Kamino – mit Infoständen der Reutlinger Hilfsorganisationen

Es gibt Gewalt, die passiert nicht auf der Straße. Sie passiert hinter Wohnungstüren, dort, wo Menschen sich eigentlich sicher fühlen sollten. Nach außen stimmt oft alles: die Familie funktioniert, die Fassade steht. Und genau deshalb bleibt diese Gewalt so lange unsichtbar.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Das Bundeskriminalamt hat für 2024 einen neuen Höchststand registriert: 265.942 Menschen waren von häuslicher Gewalt betroffen, ganz überwiegend Frauen. Und das ist nur, was angezeigt wird – bei Partnerschaftsgewalt landen weniger als fünf Prozent der Fälle überhaupt bei der Polizei. Auch beim WEISSEN RING ist inzwischen fast jeder vierte Fall ein Fall häuslicher Gewalt.

Der Dokumentarfilm „Fassaden" von Alina Cyranek macht sichtbar, was sonst verborgen bleibt. Erzählt von Sandra Hüller, folgt er dem Weg einer Frau aus einer langjährigen gewalttätigen Beziehung – und zeigt zugleich ein Umfeld, das lieber wegschaut. Die Geschichte ist aus vier realen Erfahrungsberichten verdichtet, um die Anonymität der Betroffenen zu wahren.

Die Außenstelle Reutlingen des WEISSEN RINGS zeigt „Fassaden" gemeinsam mit dem Kino Kamino und Partnern aus dem Netzwerk Häusliche Gewalt im Landkreis. Der Termin fällt bewusst in den Aktionszeitraum der Orange Days rund um den 25. November – und in das Jahr, in dem der WEISSE RING 50 Jahre alt wird.

Schon eine Stunde vor Filmbeginn sind im Foyer Hilfsorganisationen aus Reutlingen mit Infoständen vertreten. Hier ist Zeit für Fragen und Gespräche – und dafür, die Menschen kennenzulernen, die im Ernstfall weiterhelfen.

Der Abend im Überblick
Dienstag, 1. Dezember 2026
ab 19.00 Uhr Infostände im Foyer, 20.00 Uhr Filmbeginn
Kino Kamino, Ziegelweg 1/1, 72764 Reutlingen
Eintritt: 11 Euro, ermäßigt 10 Euro, Jugendliche 8 Euro (FSK 12, 87 Minuten)
Karten über das Kino Kamino

Hinschauen statt wegsehen – dafür braucht es keinen Heldenmut. Oft reicht ein Satz: „Ich habe etwas mitbekommen. Ich mache mir Sorgen. Kann ich helfen?"