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Reutlingen
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50 Jahre WEISSER RING e.V.

„Wenn alle den Täter jagen, wer bleibt dann beim Opfer?"

Mit dieser Frage gründeten am 24. September 1976 siebzehn Frauen und Männer in Mainz den WEISSEN RING, darunter Eduard Zimmermann, der Moderator von „Aktenzeichen XY… ungelöst". Die Frage war unbequem, weil sie eine Lücke benannte, die niemand schließen wollte: Fahndung und Verfahren richteten sich auf den Täter. Das Opfer blieb zurück – oft kaum mehr als Zeuge und Beweismittel, allein mit den Folgen und mit der Frage „An wen kann ich mich eigentlich wenden?"

Fünfzig Jahre später ist der WEISSE RING die größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer in Deutschland, getragen fast ausschließlich von Ehrenamtlichen. Geblieben ist das Prinzip: Es geht nicht darum, den Fall zu lösen, sondern darum, den Menschen nicht allein zu lassen – zuhören, begleiten, unbürokratisch helfen, wenn es schnell gehen muss.

Das Jubiläum ist deshalb kein Blick nach Mainz, sondern einer in die eigene Nachbarschaft. Im Landkreis Reutlingen steht dafür die Außenstelle unter Leitung von Volker Zaiß, der 45 Jahre bei der Polizei Baden-Württemberg gearbeitet hat. Hinter ihm steht ein Team ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich die Aufgaben teilen: Opferbetreuung auf der einen, Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit auf der anderen Seite. Alle sind für ihre Aufgabe geschult, alle arbeiten unentgeltlich – und erreichbar, wenn jemand sie braucht. Wie breit das Feld ist, zeigt der Blick auf die letzten Monate: Fachtag „Häusliche Gewalt", Workshops zu Cybermobbing und Zivilcourage für Jugendliche, Aufklärung über Schockanrufe und den „falschen Polizeibeamten".

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